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Newsletter Thema Februar 2015
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artikel

Vitamin E  - schützt vor freien Radikalen
und vielen Erkrankungen - Teil 1

Vitamin E ist ein echtes Multitalent. Kaum ein anderes Vitamin kann bei den unterschiedlichsten Erkrankungen so hilfreich sein, wie dieses. Es kann präventiv und therapeutisch eingesetzt werden bei: Arteriosklerose, Herzerkrankungen, Abwehrschwäche, Arthrose, Arthritis, Alzheimer, Diabetes mellitus, Hauterkrankungen, Makuladegeneration, grauem Star, PMS, Menstruationsbeschwerden, Rheuma und weiteren Beschwerden.

Vitamin E ist ein Sammelbegriff für eine Gruppe von acht verschiedenen Vitaminen. Man bezeichnet diese auch als Tocopherole und Tocotrienole. Zu beiden Gruppen gibt es jeweils eine alpha-, beta-,  gamma- und  delta-Form. Die Begriffe wurden übrigens aus dem altgriechischen tókos (Geburt) und phérein (tragen, bringen) abgeleitet. Vitamin E hat auch Funktionen in der Steuerung der Keimdrüsen.

Es wurde ursprünglich als "Fruchtbarkeitsvitamin" entdeckt. Zwei US-amerikanische Forscher wiesen 1922 als erste auf einen bis dahin unbekannten fettlöslichen Faktor hin, der für die Reproduktion notwendig war. In den Folgejahren wurde dieser Faktor vor allem aus Weizenkeimöl, Hafer und Mais isoliert, als Vitamin erkannt und aufgrund der bereits bekannten Vitamine A, B, C und D nun Vitamin E genannt. 1938 wurde die Struktur von Vitamin E (a-Tocopherol) aufgeklärt, zudem kam es im gleichen Jahr zur ersten chemischen Synthese. Vertreter der ebenfalls zu den Vitamin-E-Formen zählenden Tocotrienole wurden erstmals 1956 beschrieben und synthetisiert.

Vitamin E lässt uns langsamer Altern

Die wichtigste Funktion ist die eines fettlöslichen Antioxidans, das in der Lage ist, mehrfach ungesättigte Fettsäuren in Membranlipiden, Lipoproteinen und Depotfett vor einer Zerstörung durch Oxidation (Lipidperoxidation) zu schützen. Ein Antioxidans hat bekanntlich die Aufgabe, freie Radikale auszuschalten und auf diese Weise den Körper zu schützen. Freie Radikale sind Moleküle, in deren chemischen Struktur ein Elektron fehlt. Auf der Suche nach diesem Elektron greifen sie besonders gerne Zellwände an. Ein paar dieser Attacken steckt die Zelle mühelos weg, denn sie hat Reparaturmechanismen. Wird sie jedoch pausenlos von freien Radikalen angegriffen, dann kommt es zu Membranschäden.

Eine Zelle mit beschädigter Zellwand kann ihre Funktionen nicht mehr ordnungsgemäß erfüllen. Je mehr Zellen nur noch fehlerhaft arbeiten oder gar sterben, umso eher kommt es zu spürbaren Alterserscheinungen (Falten, Entzündungen, nachlassende Vitalität, Augenprobleme, etc.) und Krankheiten.

Normalerweise wird eine Zelle, laut Fachliteratur, rund 10.000-mal pro Tag von freien Radikalen um ein Elektron beraubt. Ob die Zelle mit dem Elektron herausrücken muss oder nicht, hängt von ihrem Schutz ab. Der Zellschutz ist die Aufgabe der Antioxidantien, wobei Vitamin E gemeinsam mit Selen, Carotinoiden, Vitamin C, Coenzym Q10 und anderen Helfern direkt an der Front steht und die Zellwände beschützt.

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Anwendungsgebiete von Vitamin E

Herzerkrankungen und Arteriosklerose
Studienergebnisse dokumentieren, dass Vitamin E in eine Arteriosklerose-Entwicklung vorbeugend eingreift, indem die Gewebewucherung (Proliferation) in den glatten Gefäßmuskelzellen weitgehend unterbunden wird. Auch die Thrombozyten-Aggregation (Verklumpung der Blutplättchen) wird verringert. Obwohl Vitamin E  auf natürliche Weise das Blut fließfähig hält, erhöht es das Blutungsrisiko beim Menschen nicht.

Der Forscher Stephens hat bereits im Jahr 1996 in der anerkannten Medizinfachzeitschrift Lancet eine bemerkenswerte Studie publiziert. Seine klinische Untersuchung  zeigte, dass  nach Gabe von 400-800 IE / Tag Vitamin E über einen Zeitraum von 1,5 Jahren das Risiko für einen nicht tödlichen Herzinfarkt um 77 Prozent gesenkt werden konnte. Dazu gleich eine Anmerkung: In fast allen Studien wurde das synthetische alpha-tocopherol verwendet. Man braucht hiervon eine sehr hohe Dosis, um eine messbare Wirkung zu erzielen.

Krebsprophylaxe und Krebstherapie
Ein niedriger Vitamin-E-Spiegel erhöht das Risiko der Entstehung von Krebs. Zur Vorbeugung und zur unterstützenden Therapie bei Krebs ist Vitamin E inzwischen weitgehend etabliert. Laut Dr. Burgerstein verringert Vitamin E das Risiko von Brust-, Lungen-, und Prostatakrebs. Eine begleitende Gabe von Vitamin E kann unerwünschte Nebenwirkungen von Bestrahlung reduzieren (400 bis 800 IE pro Tag).

Arthrose und Arthritis
Freie Radikale, die bei Entzündungsprozessen entstehen und die Gelenke schädigen können, werden durch Vitamin E abgefangen.

Rheuma
Da Vitamin E eine entzündungshemmende und eine schmerzstillende Wirkung besitzt, kann es bei Rheuma eingesetzt werden. Es ermöglicht nach einer parallelen Einnahme von vier bis acht Wochen die Reduktion von nicht-steroidalen Antirheumatika. In Vergleichsstudien konnte eine gleich starke entzündungshemmende Wirkung von Vitamin E beobachtet werden, wie sie bisher von den traditionellen Antirheumatika (Diclofenac) bekannt gewesen ist.

Infekt Abwehr
Vitamin E kann die Immunantwort verbessern. Es regt  die Produktion von Antikörpern durch die weißen Blutkörperchen an und unterstützt auch deren Fähigkeit, Bakterien zu zerstören.

Menstruationsbeschwerden
Bei Menstruationsbeschwerden und prämenstruellem Syndrom (PMS) kann Vitamin E die Beschwerden wie nervöse Spannungen, Abgespanntheit, Depressionen und Schlaflosigkeit lindern. Vitamin E wirkt zwar nicht sofort, jedoch verbessern sich nach vier Monaten (tägl. 400 IE) Blutverluste und Menstruationsschmerzen erheblich.

Menopause
Auch klimakterische Beschwerden sprechen gut auf die Behandlung mit Vitamin E an. Es empfiehlt sich die Gabe von 400-800 IE Vitamin E täglich.

Diabetes mellitus
Vitamin E (200-800 IE täglich) soll den Insulinbedarf senken und vor den bei Diabetes vermehrt entstehenden freien Radikalen schützen. Den Spätfolgen der Zuckerkrankheit wie Augenerkrankungen, Gefäßerkrankungen und Neuropathien kann so wirkungsvoll vorgebeugt werden.

Mucoviszidose (Cystische Fibrose)
Die meisten Patienten mit Mucoviszidose können sämtliche fettlösliche Vitamine (A, D, E, K) nur schlecht aufnehmen. Niedrige Vitamin-A- und E-Serumspiegel gehen meist mit einer schlechteren Lungenfunktion einher.

Umweltbelastung
Vitamin E unterstützt die Entgiftung von Schwermetallen, insbesondere von Blei und Quecksilber. Es sollte auch bei Strahlenbelastungen (Röntgen, Radioaktivität, Bestrahlungen) eingesetzt werden.

Sport
Vitamin E schützt vor erhöhtem oxidativem Stress bei intensiver sportlicher Betätigung.

Katarakt (Grauer Star), Makulardegeneration
Eine ausreichende Aufnahme von Vitamin E kann durch Oxidation entstandene Trübungen in den Augenlinsen verringern, sowie das Risiko gegenüber Katarakt und Alterssehschwäche beträchtlich senken.

Wundheilung und Narben
Wendet man Vitamin E bei Verletzungen und Verbrennungen sowohl lokal, als auch innerlich an, wird die Vernarbung verringert und der Heilungsprozess durch die Reduktion des oxidativen Stresses verringert.

Hautpflege, Hauterkrankungen
Das Supervitamin schützt die Haut auch vor der Sonne - sowohl innerlich, als auch äußerlich. Auch die Faltenbildung wird durch die antioxidativen Eigenschaften verzögert. In vielen Cremes ist Vitamin E enthalten. Schwangerschaftsstreifen können sich durch die lokale Anwendung zurückbilden.

Bei Patienten mit Neurodermitis führte eine Supplementierung mit 268 mg/pro Tag über acht Monate zu einer signifikanten Verbesserung der Symptome. Beim Lupus erythematodes (Autoimmunkrankheit) kann bei einer ähnlich hohen Dosierung das Krankheitsbild gelindert werden.

Altern
Vitamin E ist kein "Verjüngungsvitamin", vermag jedoch durch den Schutz vor oxidativem Stress Zellalterungsvorgänge zu bremsen und das im Alter oft vermindert leistungsfähige Immunsystem zu stimulieren.

Alzheimer Demenz
In einer randomisierten Untersuchung  an älteren Menschen mit leichtem bzw. mäßigem Morbus Alzheimer konnte gezeigt werden, dass durch die Ergänzung mit Vitamin E das Fortschreiten der funktionellen Beeinträchtigung signifikant verlangsamt werden konnte. Die Studie lief über zwei Jahre und laut der Forscher seien die Ergebnisse aussagekräftig genug, um präventiv Vitamin E zu empfehlen. Kein Wunder, denn unser Gehirn besteht zu mehr als 60 Prozent aus Fett, wenn man den Wasseranteil herausrechnet. Vitamin E kann Fette am besten vor Oxidation schützen. Bereits 2008 war eine Studie publiziert worden, die ebenfalls einen Nutzen der Vitamin E-Supplementierung bei Alzheimer nachwies.

Den Artikel als Gratis PDF Download gibts hier

Quelle: Burgerstein / Handbuch Nährstoffe / Trias-Verlag